Petro (36) - Rostock, Deutschland

no border kitchen, Mytilini, Griechenland

Wir sind mit der no border kitchen seit Januar hier. Vorher waren wir in Idomeni und davor in Ungarn. Dort ist auch der Name entstanden – als irgendwer einmal fragte, wer wir eigentlich sind.
Aus Lesbos wollten wir zentral in Hafennähe ein Camp aufmachen und haben diese Stelle hier gefunden – 500m nördlich vom Hafen. Jeder Flüchtling kann hier her kommen und sogar ein Zelt aufschlagen – momentan versorgen wir nur noch 150 Flüchtlinge. Sie sind frei zu kommen und zu gehen wie sie wollen.
Ich habe in Rostock im Hafen mitgeholfen – letzten Herbst. Ich fand die Art uns Weiße, wie dort mit den Flüchtlingen umgegangen worden ist unerträglich und wollte an anderer Stelle helfen. Aber auch hier glänzt nicht alles. Allen NGOs geht es am Ende darum sich gut darzustellen. Natürlich geht es auch bei denen am Ende nur ums Geld. Wir finanzieren uns aus dem linken Netzwerk. Damit kommen wir momentan gut hin. Wir nennen uns Aktivisten und nicht Voluntiere. Mit der neuen Regelung rechnen wir allerdings täglich mit einer Räumung. Falls wir dann hier weg müssen, gehen wir rüber in die Türkei und machen dort weiter.