Hannibal (36) - Damaskus, Syrien

Auffanglager VIAL, Chios, Griechenland

Ich bin erst vor 2 Wochen aus Damaskus geflohen. Ich bin über den Libanon und dann in die Türkei geflogen. In Izmir habe ich dann Kontakt mit Schleppern aufgenommen. Ich habe es bis zum Schluss versucht zu bleiben – aber dann wurde mein Haus bei einem Bombenangriff zerstört. Da habe ich es nicht mehr ausgehalten. Ich weiss nicht ob das richtig war. Jetzt bin ich in einem Auffanglager, dass sich wie ein Gefängnis anfühlt. Was ich bisher erlebt habe ist auch keine Erfahrung – es war einfach nur gefährlich. Ich will ein ruhiges Leben – in Sicherheit. In Syrien habe ich viel Tod gesehen.

Ich verstehe nicht, warum es hier so viele unterschiedliche Nationen gibt. Nicht überall ist Krieg! Wenn ich mein Land liebe, bleibe ich in meiner Heimat. Viele dieser Menschen lieben ihre Heimat nicht. Wir Syrer kommen nicht einfach nur und wollen bleiben. Wir wollen leben! Wir wollen arbeiten!

Die Öffentlichkeit kann nichts an den Ursachen für all das hier verändern. Hier geht es um große Dinge, um Macht, Geld und Öl.

Mein Vater war in den 80igern in Deutschland. Er hat in Leipzig Ökonomie studiert.

Das hier habe ich mir nicht ausgesucht – in diesen Tagen habe ich kein Glück. Eine komische Wendung des Schicksals.